LEITBILD REIT IM WINKL 2040

Bauen & Wohnen

© Hannes Heigenhauser

Bauen & Wohnen in Reit im Winkl

Eine Heimat für viele, mit leistbaren Wohnkonzepten für alle. Ein Ortsbild zum Schwärmen und eine Gestaltung, die mutig, hochwertig und trotzdem traditionell ist. Ein Wandel muss jetzt spürbar werden.

Kurzinformationen

WiR wollen die Herausforderungen der Bürgerinnen und der zukünftigen Bürger Reit im Winkls ernst nehmen und Möglichkeiten für leistbare Wohnkonzepte entwickeln. Dazu muss zunächst der Blick auf die bestehenden Gebäude gelenkt werden. Aber auch neue Wege, mit einem Einheimischen Modell jenseits des Einfamilienhauses, sollen betrachtet werden. Unser einzigartiges Ortsbild muss erhalten bleiben, der Fokus liegt auf der Bewahrung unserer Ortsstruktur und der Kulturlandschaft. Mit einer Modernisierung der Planungsgrundlagen und einer Überarbeitung der Ortsgestaltungssatzung hoffen wir, die ganzheitliche, hochwertige Qualität der Planung und Ästhetik in den Vordergrund zu stellen. So kann Reit im Winkl wieder an gestalterischer und wirtschaftlicher Qualität gewinnen. Ein Fachgremium des Gemeinderats sowie ein öffentlicher Diskurs zum Thema Bauen, Wohnen und Gestaltung sind dazu unabdingbar.

RiW. WiR. Gemeinsam Gut Steinbach Reit im Winkl © Marinus Höflinger

© Marinus Höflinger

© Marinus Höflinger

Detailinformationen

Unsere Umwelt und unser Landschaftsbild sind unser unschlagbares Kapital.
Grünflächen, Frischluftschneisen und Versickerungsflächen wollen wir erhalten und schützen – sie prägen nicht nur das Ortsbild, sondern sichern auch unsere Lebensqualität.

Das Klima wird unberechenbarer:

  • Heiße Sommertage und Starkregen nehmen zu. Reit im Winkl hat hier große Vorteile – durch die vielen unbebauten, nicht zersiedelten Freiflächen von der Hangseite bis zur Loferau bleibt Luftzirkulation erhalten und einer Überhitzung im Sommer wird entgegengewirkt. Große versiegelte Flächen können mithilfe von Förderprogrammen wieder fit für die Zukunft gemacht werden, entsiegelt und begrünt. Dadurch entstehen attraktivere Flächen, bei gleichzeitig besserem Schutz vor Überhitzung und bieten Wasserrückhalt.

 

Hochwasserschutz beginnt im Vorgarten.

  • Aus technischer wie auch kultureller Sicht sollen möglichst große Teile der Grundstücke begrünt und versickerungsfähig bleiben. So entlasten wir die Kanalisation, vermeiden Staunässe an alten Gebäuden und schützen Keller vor Überflutung.

 

Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden – das ist unser Ziel.

  • Flächen lassen sich wirtschaftlich „ausgleichen“, Landschaften und Ortsbilder jedoch nicht. Veränderungen an gewachsenen Strukturen sind unwiederbringlich. Eingriffe in unbebaute Flächen müssen daher stets gemeinwohlorientiert geprüft und abgewogen werden – auch im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen jenseits des Tourismus.

 

Unser Orts- und Landschaftsbild ist unser Kapital – wirtschaftlich durch Tourismus und Landwirtschaft, ökologisch durch den Schutz vor Naturgefahren und im Umgang mit dem Klimawandel.
Die Verbindung der typischen ländlichen Baustruktur des Voralpenlandes mit der land- und forstwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft macht Reit im Winkl zu einem echten Juwel der Region.

Die Schaffung von Mehrparteienhäusern und bedarfsgerechten Mietwohnungen ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft unseres Ortes.
Viele Handwerkerinnen und Handwerker sowie Angestellte im Tourismus sind auf leistbaren Wohnraum angewiesen. Ziel muss es sein, attraktiven und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen für jene, die hier leben und arbeiten.

Ein „Einheimischen-Modell“ jenseits des klassischen Einfamilienhauses kann dabei neue Wege eröffnen: Gemeinschaftliche Wohnformen, bedarfsgerechte Eigentums- oder Mietwohnungen und eine angepasste Bebauungsstruktur, die sich harmonisch in das Ortsbild einfügt.

So entsteht eine nachhaltige Wohnraumpolitik, die den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird, den Charakter des Ortes wahrt und gleichzeitig soziale wie wirtschaftliche Stabilität fördert.

Leerstand und Gebäudebestand sind zentrale Themen für die zukünftige Entwicklung unseres Ortes.
Eine Umfrage unter den Eigentümern soll Aufschluss darüber geben, welche Pläne und Nutzungskonzepte für die Gebäude zukünftig bestehen. So können Potenziale erkannt und gemeinschaftlich Ideen entwickelt werden, um bestehende Bausubstanz sinnvoll zu nutzen und Leerstand zu vermeiden. Auch die gemeindeeigenen Gebäude sollen in diesem Zusammenhang betrachtet werden – mit dem Ziel, langfristig tragfähige und nachhaltige Nutzungskonzepte zu schaffen. Förderprogramme von Bund und Ländern zur Bekämpfung von Leerstand sind vorhanden, diese müssen genutzt werden.

Das Freibad ist fester Bestandteil von Reit im Winkl – für Einheimische ebenso wie für Gäste. Doch die Anlage ist in die Jahre gekommen. Es braucht ein Konzept für den nachhaltigen Erhalt und den behutsamen Ausbau dieser wichtigen Einrichtung. Damit sichern wir nicht nur einen beliebten Treffpunkt für alle Generationen, sondern auch ein Stück Lebensqualität und Identität unseres Ortes.

Chancen nutzen:

  • WiR sehen an vielen Stellen ein großes Potenzial für neue Konzepte. Ein Mehrparteienhaus mit Gemeinschaftsraum sowie gewerblicher und touristischer Nutzung könnte am Standort des ehemaligen Hallenbads ein zukunftsweisendes Modell für Reit im Winkl sein. Solche Projekte bieten nicht nur Wohnraum, sondern auch Orte der Begegnung, des Arbeitens und der Erholung. Räume, die modernes Arbeiten („New Work“) ermöglichen, schaffen neue Perspektiven für Einheimische und Gäste gleichermaßen.

 

Mut bei gemeindeeigenen Kleinprojekten:

  • Auch kleinere Baumaßnahmen der Gemeinde sollten mit Mut und Wiedererkennungswert gestaltet werden. Abwechslung und gestalterische Spannung entstehen, wenn wir die kleinen Chancen nutzen – durch kreative Entwürfe und ganzheitliche Konzepte, die Funktion, Ästhetik und Nachhaltigkeit verbinden. 

 

Strahlkraft und Außenwirkung:

  • Mit Mut in der Gestaltung können neue Zielgruppen im Tourismus angesprochen werden, während Einheimische und Stammgäste sich mit den Entwicklungen identifizieren. Der bestehende, schöne Ortskern und die traditionsbewusste Architektur bleiben dabei unberührt – sie bilden das Fundament, auf dem moderne, zukunftsgerichtete Akzente entstehen dürfen.

Die Debatten im aktuellen Gemeinderat zum Thema der Gestaltungssatzung verlieren sich in Details. Ausnahmen von der Satzung sind die Regeln und eben nicht die Ausnahme, das spricht für eine schwache gesetzliche Grundlage. Der Anspruch einer überarbeitenden Satzung muss eine aussagekräftige, widerstandsfähige und schlankere Planungsgrundlage sein.

Qualität des Entwurfs im Vordergrund:

  • Bei einer Gestaltungssatzung sollte die gestalterische Qualität im Vordergrund stehen – nicht das bloße Einhalten von Regeln. Gute Architektur entsteht aus Gespür für Proportionen, Materialien und die Einbindung in das Ortsbild, nicht allein aus rechnerischer Regelkonformität.
    Wir setzen uns daher für eine Anpassung der Satzung ein, die den Fokus auf das Ziel der Gestaltung legt: ein harmonisches, ästhetisch ansprechendes Ortsbild, das den Charakter Reit im Winkls wahrt und weiterentwickelt.

 

Die Grundprinzipien bleiben immer:

  • Zurückhaltende, klare Baukörper mit geneigtem Satteldach, ausgewogene Proportionen sowie die Verwendung ortstypischer Materialien wie Holz und Stein und das Arbeiten in gedeckten, naturnahen Farben.

 

Bauen im Bestand wird immer wichtiger:

  • Umbauen ist oft nachhaltiger als Neubauen. Bestehende Gebäude bergen zwar viele Zwänge, eröffnen aber auch Chancen für ressourcenschonende, individuelle und hochwertige Architektur. Der Umbau ist das neue Bauen. Hier wollen wir Bauherrinnen und Bauherren abholen und ermutigen, mit Kreativität und Respekt weiterzubauen. Auch hier kann die Anpassung der Abstandsflächen helfen. Eine Gestaltungssatzung sollte auch die Zwänge des Umbauens berücksichtigen.

 

„Best-Practice“ anstelle „besser nicht“:

  • Vorschläge welche Qualitäten ein Entwurf haben kann, sollten Bauende ermutigen, anstatt zu betonen was man nicht haben will. Dabei kann ein ergänzender Gestaltungsleitfaden unterstützend wirken – nicht als starres Regelwerk, sondern als Inspiration. Er soll Beispiele zeigen, die zur örtlichen Baukultur passen und gleichzeitig Raum für zeitgemäße, eigenständige Architektur lassen. Ziel ist es, Bewusstsein für Qualität zu schaffen: Reduktion, Präzision und Materialehrlichkeit anstelle von bloßer Formenkopie.

Abstandsflächenregelung:

  • Aktuell gilt in Reit im Winkl eine Sonderregelung zu Abstandsflächen, diese werden größer vorgeschrieben als dies das Bauordnungsrecht regelt. Die Anpassung der Abstandsflächenregelung gemäß der geltenden Bayerischer Bauordnung kann zu einer dichteren Nutzung im Bestand beitragen und hilft zusätzliche Flächenversiegelung zu vermeiden. Gebäude können leichter aufgestockt und auch erweitert werden.

 

Klarheit und Transparenz für Bauende und Investoren:

  • WiR setzten uns für die Neuaufstellung eines digitalen Flächennutzungsplan ein. Dazu wollen WiR einen Rahmen- und Entwicklungsplan für Reit im Winkl erarbeiten. Diese Maßnahmen schaffen Klarheit für Bauende, Planende und Einwohnerinnen, es sind entscheidende Bausteine für ein Leitbild 2040 in Sachen Bauen und Wohnen. Nur wenn die Gemeinde modern und transparent mit ihrer Flächenentwicklung umgeht, entstehen Akzeptanz für Bauvorhaben und Interesse bei Investoren.

Ein Ort, in dem die bebaute und unbebaute Umwelt von solcher Bedeutung für das Gesamtbild für Einheimische und Touristen ist, braucht ein Fachgremium zum Thema Bauen und Ortsgestaltung. Dieser soll sich in kritischen Fragen zu Entwürfen und Baurecht Klarheit für den Gemeinderat schaffen. 

WiR machen uns stark für die Einbindung von externen Fachmeinungen bei großen, öffentlichen Bauvorhaben.

Die Herausforderungen für Einheimische aufgrund des vorhandenen Zweitwohungsbesitz in Reit im Winkl sind vielfältig. Leerstand in Zwischenzeiten, steigende Bodenrichttwerte in Kombination mit erhöhter Grundsteuer für die Nachbarschaft. Bei diesen Thema sehen WiR aber auch die Notwendigkeit der  Kommunikation auf Augenhöhe und einen ehrlichen Austausch über Möglichkeiten zur Verbesserung im Umgang miteinander. Mehr Zweitwohnsitz braucht Reit im Winkl nicht, nur einen anderen Umgang damit.

Da es beispielweise nicht möglich ist die Zweitwohnungssteuer perse einem Zweck zu binden, setzten WiR uns dafür ein, dass darauf entsprechend im Haushalt reagiert wird und ein „Fonds für bezahlbares Wohnen und Ortsentwicklung“ entsteht. WiR setzen uns zum Ziel, dass die Einnahmen aus der Zweitwohnungssteuer vorrangig zur Förderung von sozialem Wohnraum, Ortsgemeinschaft und nachhaltigen Infrastrukturmaßnahmen verwendet werden. 

WiR sehen das Projekt „Generationenbrücke“ an der viel befahrenen Bundesstaße mit Güterverkehr aus mehreren Gründen kritisch.

  • Gefährliche Wege für Kinder, wenig Platz für Bring- und Abholverkehr. Große Gefahren vor allem in der Dämmerung durch eine schlecht einsehbare Verkehrssituation. Es gibt im Ortskern am Freibad bereits eine akzeptierte und gelebte verkehrsberuhigte Zone. 
  • Es bleibt abzuwarten, inwieweit Mietwohnungen direkt neben einem Kindergarten mit Hort wirklich verträglich und kompatibel sind.
  • Durch die Gebäudehöhe  des bisherigen Altenheims werden die Spiel- und Gartenflächen des Kindergartens stark verschattet. 
  • Spätestens mit Schließung des Hallenbads hätte es bessere Alternativen in der Nähe zum bisherigen Standort gegeben, die nicht ausreichend geprüft wurden.

Uns ist bewusst, dass der aktuelle Gemeinderat hier nun alle Aufträge vergeben hat. WiR werden uns dafür einsetzen, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kinder bei allen Maßnahmen an erster Stelle stehen.

Dein Thema ist nicht dabei?

Schreib uns einfach eine Nachricht, WiR sind für alle Vorschläge und neue Ideen offen! Oder mach mit und engagiere dich bei uns im Team!

– VISION REIT IM WINKL 2040 – 

Folgende Personen
kümmern sich
um dieses Thema

RiW - WiR Gemeinsam Hauptlogo

Ergebnisse aus der Umfrage

Hier findest du die Ergebnisse aus unserer Umfrage 2025. 70 Personen haben anonym daran teilgenommen. Hinweis: Die über 420 Freitextantworten werden nicht veröffentlicht, um die Anonymität der Personen zu wahren.

Umfrageergebnisse RiW. WiR. Gemeinsam September 2025 © RiW. WiR. Gemeinsam
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